Wort zum Tag 30.03.2020

Fastenzeit

Fasten ist bewusster Verzicht - also eine Kopf- bzw. Herzentscheidung. Es geht darum, uns von Ballast zu befreien, um dadurch Kraft und Freiraum für Neues zu entdecken und nutzen zu können. Wenn dabei der Blick nur auf die Entbehrungen und nicht auf den „Gewinn“ gerichtet ist, wird es eine schwere Zeit voller Verbitterung.

Dieses Jahr fasten wir soziale Kontakte, Begegnung und das Miteinander in Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen.  Unfreiwilliger Verzicht!

Das unkomplizierte Treffen mit mir liebgewordenen Menschen und der Austausch von Angesicht zu Angesicht fehlen mir. Dass selbst der für normal gehaltene Umgang mit Mitmenschen ein Geschenk ist, wird mir jetzt deutlich. Nun ist es meine Aufgabe, diese auferlegte Fastenzeit positiv zu füllen.

In dankbarer Erinnerung an Momente erfüllender (Glaubens-) Gemeinschaft besinne ich mich auf die Beziehung zu meinen Nächsten und zu Gott.

Bin ich meinem Gegenüber freundlich und mit Ehrlichkeit begegnet?

Kann ich etwas von Gottes Liebe nach außen tragen?

Werde ich mit den Menschen bewusster umgehen, wenn ich sie wiedersehen kann?

Viele Fragen gehen mir durch den Kopf und ich bedenke sie auf einsamen Spaziergängen, bei denen ich Gott nahekomme - oder er mir.

Der momentane Verzicht lässt Bilder eines bunten Gartenfestes in mir entstehen. Die Erwartung der Umsetzung beflügelt meine Fantasie und erfüllt mich mit Vorfreude! Freunde, Familie, Essen, Lachen…

Die Fastenzeit endet mit dem Freudenfest - Ostern.

Ich freue mich von ganzem Herzen darauf, wenn Begegnungen uneingeschränkt wieder möglich sind, wir Gottesdienst wirklich miteinander und nicht nur virtuell feiern können. Beziehungen mit Leben füllen zu können, ist ein Geschenk und eine Aufgabe zugleich, die es anzunehmen gilt.

Mit dieser Hoffnung ertrage ich die entbehrungsreiche Zeit und werde später vielleicht – oder hoffentlich, ein Gartenfest in ganz neuem Bewusstsein feiern.

Simone Förster, Kleinolbersdorf

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