Kirche Kleinolbersdorf-Altenhain

Kleinolbersdorf-Altenhain

Die Kleinolbersdorfer Kirche wurde 1790 innerhalb von nur 9 Monaten erbaut, nachdem der Vorgängerbau, eine romanische Holzkirche, im geschätzten Alter von 500 Jahren einem Brand zum Opfer gefallen war. Die Bauleitung oblag dem Jahnsbacher Zimmermeister Johann Christian und dem 1760 in Altenhain geborenen und 1836 als Schlossherr in Schlettau verstorbenen Johann Traugott Lohse. Der frühklassizistische Bau ist ein schlichtes, aber geräumiges Gotteshaus mit zwei Emporen und einem Kanzelaltar. Das Gotteshaus wurde anlässlich der 200-Jahrfeier im Inneren aufwendig saniert, die Außensanierung erfolgte erst in den Jahren 2018/2019. Im Zug der Außensanierung wurden die später einmal angefügten Gebäudeteile einer Trauerhalle am Westgiebel und eines Heizhauses hinter der Sakristei wieder zurückgebaut, sodass die ursprüngliche Gestalt des Gotteshauses wieder sichtbar ist.

Als eine Kostbarkeit mittelalterlicher Schnitzkunst konnte aus der abgebrannten Vorgängerkirche ein Alterschein gerettet werden. Der um 1500 vom Zwickauer Bildschnitzers Peter Breuer, bekannt als der „sächsiche Riemenschneider“, geschaffene Altar zeigt im Mittelteil die Figuren der hl. Martin, Fabius und Laurentius. Auf den Flügeln sind die Bilder des hl. Valentin und des hl. Benedikt bzw. die Verkündigung an Maria durch den Erzengel Gabriel zu sehen. Nach neusten Erkenntnissen und Vermutungen stammen die Bilder von Hans Hesse.

Zu den weiteren Besonderheiten der Kirche ist vor allem die Orgel zu rechnen, die im Jahr 2003 durch die Orgelbaufirma Herrmann Eule aus Bautzen aufwendig restauriert wurde. Ursprünglich wurde das Instrument 1693 für die Kirche in Seelitz erbaut und zählt damit zu den vier ältesten Orgeln in Sachsen. 1797 wurde die Orgel für die neu errichtete Kirche in Kleinolbersdorf erworben.
Im Jahr 2003 wurde in die Kleinolbersdorfer Kirche eine Sicherungsanlage eingebaut, in den Jahren 2006/2007 konnte die Heizungsanlage erneuert und erweitert werden. 2014 wurde die Glockenanlage umgebaut, wobei der Dachreiter mit zusätzlichen Stützen stabilisiert werden musste und der Stahlt-Glockenstuhl durch einen hölzerner Glockenstuhl ersetzt wurde.